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Zukunftsmetall

Kupfer-ETC, Kupfer-ETF oder physisches Kupfer? Der ehrliche Vergleich

Kupferbarren, mit der Hand berührt

Wer an steigenden Kupferbedarf glaubt, hat drei Wege: ein Wertpapier, das den Kupferpreis abbildet (ETC), einen Fonds, der in Kupferminen investiert (ETF), oder das Metall selbst — als Barren oder als Granulat. Alle drei setzen auf dieselbe These. Was sie unterscheidet, ist, was am Ende tatsächlich gehört, was es kostet und wie schnell es wieder verkauft ist.

Kupfer-ETC: der Kurs, nicht das Metall

Ein ETC (Exchange Traded Commodity) ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung. Der Emittent verspricht, die Wertentwicklung des Kupferpreises abzubilden — bei Kupfer fast immer über Terminkontrakte, nicht über eingelagertes Metall. Gekauft wird damit ein Anspruch auf eine Kursentwicklung.

Die Vorteile sind echt: Kauf und Verkauf laufen in Sekunden über die Börse, schon kleine Beträge sind möglich, es fällt keine Mehrwertsteuer an und nichts muss gelagert werden.

Drei Punkte stehen dem gegenüber:

  • Emittentenrisiko. Ein ETC ist eine Forderung gegen seinen Herausgeber. Viele ETCs sind mit Sicherheiten hinterlegt; das mindert das Risiko, beseitigt es aber nicht vollständig.
  • Rollkosten. Terminkontrakte laufen aus und werden regelmäßig durch spätere ersetzt. Je nach Marktlage kostet oder bringt das etwas — über Jahre kann die Wertentwicklung eines ETC deshalb spürbar vom Kupferpreis abweichen, in beide Richtungen.
  • Laufende Kosten. Verwaltungsgebühr, Depot und Ordergebühren fallen jährlich beziehungsweise bei jedem Kauf an.

Kupfer-ETF: meist keiner, sondern eine von zwei anderen Sachen

Wer nach „Kupfer-ETF” sucht, findet in der Regel eines von zwei Produkten:

  1. Einen Kupfer-ETC, der umgangssprachlich ETF genannt wird. Ein Fonds nach europäischem Recht (UCITS) muss breit streuen und darf deshalb nicht allein auf einen einzigen Rohstoff setzen.
  2. Einen ETF auf Kupferminen-Aktien. Er enthält Unternehmen, die Kupfer fördern — kein Kupfer. Sein Wert hängt am Kupferpreis, aber genauso an Förderkosten, Unternehmensführung, Aktienmarkt und Währungen. In einem schwachen Aktienmarkt kann er fallen, obwohl Kupfer steigt.

Beides kann sinnvoll sein. Wer „Kupfer” kaufen will, sollte nur wissen, welches der beiden er gerade im Depot hat.

Physisches Kupfer: Barren oder Granulat

Ein Barren oder ein Glas Granulat ist das Metall selbst. Es gehört, sobald es bezahlt und übergeben ist — unabhängig davon, ob ein Emittent, eine Bank oder ein Broker in zehn Jahren noch existiert. Dafür fehlt die Sekunden-Liquidität der Börse, und es kommen zwei Kosten hinzu, die ein ETC nicht kennt:

  • 19 % Mehrwertsteuer. Kupfer ist ein Industriemetall und, anders als Anlagegold, nicht von der Umsatzsteuer befreit. Ausnahme ist Ware aus dem Privatankauf, die differenzbesteuert (§ 25a UStG) weiterverkauft werden kann.
  • Aufschlag auf den Börsenkurs. Zwischen Rohstoff und fertigem Stück liegen Verarbeitung, Prüfung, Verpackung und Versand.

Beim Aufschlag unterscheiden sich Barren und Granulat deutlich. Ein Barren trägt Guss, Prägung und Motiv mit — bei kleinen Stückelungen ist das schnell ein Vielfaches des Metallwerts. Granulat braucht nichts davon und liegt deshalb pro Kilogramm am nächsten am Börsenkurs. Welcher Artikel heute wie viel je Kilogramm kostet, steht tagesaktuell auf der Seite Kupferpreis heute.

Alle Wege im Vergleich

Kupfer-ETC, ETF auf Kupferminen, Kupferbarren und Kupfergranulat im Vergleich
Kupfer-ETCETF auf KupferminenKupferbarrenKupfergranulat
Was gehörtForderung gegen EmittentenAnteile an Minenunternehmendas Metalldas Metall
Folgt dem Kupferpreisweitgehend, mit Rollabweichungnur mittelbarjaja
Mehrwertsteuer beim Kaufkeinekeine19 %19 %
Aufschlag auf den Kursgeringgeringhoch bei kleinen, niedriger bei großen Stückenam niedrigsten im physischen Bereich
Laufende KostenVerwaltungsgebühr, DepotVerwaltungsgebühr, Depotkeine, außer bei Einlagerungkeine, außer bei Einlagerung
Lagerungim Depotim Depotzu Hause oder eingelagertzu Hause oder eingelagert
Verkaufin Sekunden an der Börsein Sekunden an der Börsean einen Ankäuferan einen Ankäufer
Emittentenrisikoja, oft gemindert durch Sicherheitennein, aber Unternehmensrisikoneinnein

Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen

Die Zahlen sind angenommen, damit die Mechanik sichtbar wird — nicht der heutige Stand.

Angenommen, Kupfer kostet an der Börse 13 € je Kilogramm, und jemand legt 1.000 € an.

  • Mit einem ETC entsprechen die 1.000 € nach Ordergebühr rund 1.000 € Kurswert. Steigt Kupfer um 10 %, ist die Position gut 10 % mehr wert — abzüglich laufender Kosten und der Rollabweichung.
  • Mit Granulat zu angenommenen 25 € je Kilogramm entsprechen die 1.000 € 40 Kilogramm Kupfer. Deren Börsenwert liegt bei 520 €. Der Rest sind Mehrwertsteuer (rund 160 €) und der Aufschlag für das fertige Produkt.

Das ist der ehrliche Kern: Physisches Kupfer ist kein Instrument, um Kursbewegungen mitzunehmen. Bis der Metallwert den Kaufpreis einholt, muss der Kupferpreis deutlich steigen. Wer Kupfer physisch kauft, kauft vor allem Besitz — ein Stück Rohstoff ohne Gegenpartei. Und wenn schon physisch, dann so nah am Kilopreis wie möglich: Genau dafür ist Granulat da.

Steuern auf den Gewinn

Auch hier unterscheiden sich die Wege grundsätzlich. Gewinne aus ETCs und ETFs unterliegen in Deutschland in der Regel der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, wie lange sie gehalten wurden. Physisches Kupfer im Privatvermögen fällt unter die privaten Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG): Wer es länger als ein Jahr hält, verkauft es in der Regel steuerfrei. Was im Einzelfall gilt, klärt am verlässlichsten die eigene Steuerberatung — dieser Beitrag ersetzt sie nicht.

Für wen was passt

  • Kursbewegungen handeln: ein ETC. Das ist sein eigentlicher Zweck.
  • Am Wachstum der Branche teilhaben: ein ETF auf Minenunternehmen — mit dem Wissen, dass es Aktien sind.
  • Kupfer selbst besitzen, möglichst günstig je Kilogramm: Granulat.
  • Kupfer selbst besitzen, als Objekt mit Form und Motiv: ein Barren; je größer die Stückelung, desto geringer der Aufschlag.

Das schließt sich nicht aus. Manche halten einen ETC im Depot und daneben ein Glas Granulat im Regal — mit unterschiedlicher Funktion. Wie sich Kupfer lagern lässt, steht im Beitrag Zuhause lagern oder verwahren?.

Häufige Fragen

Gibt es einen physisch hinterlegten Kupfer-ETC?

Die verbreiteten Kupfer-ETCs arbeiten mit Terminkontrakten. Physisch hinterlegte Produkte sind bei Kupfer die Ausnahme — anders als bei Gold, wo sie üblich sind. Ein Blick ins Basisinformationsblatt zeigt, wie ein Produkt den Kurs abbildet.

Ist ein Kupfer-ETC sicherer als ein Barren?

Anders sicher. Ein ETC kann nicht gestohlen werden, hängt aber an seinem Emittenten. Ein Barren hängt an niemandem, muss aber sicher liegen.

Warum ist physisches Kupfer teurer als der Börsenkurs?

Weil der Börsenkurs den Rohstoff in großen Mengen und ohne Steuer bepreist. Beim fertigen Stück kommen 19 % Mehrwertsteuer sowie Verarbeitung, Verpackung und Versand hinzu. Mehr dazu im Beitrag Barren oder Münze.

Ist Kupfer als Geldanlage sinnvoll?

Kupfer steckt in Stromnetzen, Elektroautos und Rechenzentren, und der Bedarf wächst mit der Energiewende — mehr dazu unter Warum Kupfer. Gleichzeitig ist es ein Industriemetall, dessen Preis mit der Weltkonjunktur schwankt, auch deutlich und über lange Zeiträume. Für manche ist es eine Beimischung, kein Ersatz für eine breite Anlage.

Das ist keine Anlageberatung und kein Renditeversprechen — bei einem ETC genauso wenig wie bei einem Barren oder einem Glas Granulat.

Dieses Stück gibt es im Shop: Kupfergranulat 600 g im Glas | 999 Feinkupfer ansehen