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Kyprion0

Zukunftsmetall

Wo im Elektroauto das Kupfer steckt

Kupferrohre an einer technischen Anlage

„Elektroautos brauchen mehr Kupfer” liest man oft. Selten steht dabei, wo genau. Ein Rundgang.

Der Antrieb

Ein Elektromotor arbeitet mit Wicklungen aus Kupferdraht. Je dichter und gleichmäßiger diese Wicklung ist, desto weniger Energie geht als Wärme verloren. Hersteller optimieren hier seit Jahren — nicht am Material, sondern an der Wickeltechnik, weil ein Ersatz für Kupfer schlicht fehlt. Aluminium leitet schlechter und braucht bei gleicher Leistung mehr Querschnitt.

Die Batterie

Zwischen den Zellen, in den Sammelschienen und in der gesamten Verschaltung eines Batteriepakets läuft Strom in einer Größenordnung, die ein Verbrenner nie sieht. Auch die Ableiter innerhalb der Zellen bestehen üblicherweise aus Kupferfolie.

Die Leistungselektronik

Wechselrichter, Gleichspannungswandler und Ladeelektronik sind eigene Baugruppen mit eigener Verkabelung. Sie sind der Grund, warum ein Elektrofahrzeug nicht nur mehr, sondern auch dickeres Kupfer enthält: Höhere Ströme brauchen größere Querschnitte.

Der Rest des Fahrzeugs

Bordnetz, Sensorik, Klimatisierung, Sitzverstellung — das gibt es im Verbrenner auch. Neu hinzu kommen die Hochvoltleitungen, erkennbar an ihrer orangefarbenen Ummantelung, sowie die Kühlung der Batterie.

Und außerhalb des Fahrzeugs

Der oft übersehene Teil: Jedes Elektroauto braucht eine Ladestelle, und jede Ladestelle braucht einen Anschluss. Wallbox, Zuleitung, Hausanschluss, Ortsnetzstation, Umspannwerk — die Kette reicht bis ins Übertragungsnetz. Ein Teil des Kupferbedarfs der Elektromobilität entsteht deshalb gar nicht im Fahrzeug, sondern in der Infrastruktur dahinter.

Was daraus folgt

Der Kupferbedarf der Elektromobilität ist kein einmaliger Effekt beim Bau eines Fahrzeugs. Er entsteht doppelt: einmal im Auto, einmal in dem Netz, das es lädt. Und er verschwindet nicht wieder, solange beides in Betrieb ist.

Das macht Kupfer zu einem Metall mit realem Verbrauch — im Unterschied zu einem Wertpapier, dessen Preis nur von Erwartungen lebt. Eine Zusage über die künftige Preisentwicklung ist damit ausdrücklich nicht verbunden: Rohstoffpreise schwanken, auch deutlich und über lange Zeiträume.