Zum Inhalt springen
Kyprion0

Marktlage

Kupfer über 12.000 US-Dollar — was hinter der Marke steckt

Glühende Kupferbarren im Walzwerk

Im Dezember 2025 hat der Kupferpreis an der Londoner Metallbörse erstmals die Marke von 12.000 US-Dollar je Tonne überschritten. Runde Zahlen erzeugen Schlagzeilen. Interessant ist etwas anderes.

Der Blick auf zwei Jahrzehnte

Anfang der 2000er lag Kupfer unter 2.000 US-Dollar je Tonne. Im Februar 2011 erreichte es rund 10.190 US-Dollar — das war der Höhepunkt des damaligen Rohstoff-Superzyklus. Danach ging es zurück: Anfang 2016 stand die Notierung bei rund 4.300 US-Dollar, im März 2020 im Corona-Einbruch bei rund 4.600.

Bemerkenswert ist dieser letzte Wert. Der schwerste Nachfrageschock seit Jahrzehnten führte nicht zu einem neuen Tief. Das Zyklustief von 2016 hielt.

Die Unterkante steigt

Kupfer bewegt sich in Zyklen, und wer nur den jeweiligen Höchststand betrachtet, sieht davon die Hälfte. Aussagekräftiger ist die Unterkante: der Preis, auf den der Markt in schlechten Phasen zurückfällt. Diese Unterkante hat sich über die vergangenen zwei Jahrzehnte von Zyklus zu Zyklus nach oben verschoben.

Der Grund dafür liegt nicht in der Spekulation, sondern in den Kosten. Neue Minen erschließen ärmere Lagerstätten, brauchen mehr Energie je Tonne und mehr Zeit bis zur ersten Produktion. Was die Förderung teurer macht, hebt langfristig den Boden.

Was das für einen Käufer bedeutet

Wenig Unmittelbares — und das ist der Punkt. Eine überschrittene Marke ist kein Kaufsignal und kein Verkaufssignal. Kupfer ist ein Industriemetall und schwankt deutlich stärker als Gold. Nach einem steilen Anstieg sind Rücksetzer normal, und Analysten rechnen regelmäßig damit.

Wer physisches Kupfer hält, hält einen Sachwert mit realem Verbrauch dahinter. Ob dieser Sachwert nächstes Jahr mehr oder weniger wert ist, weiß niemand. Historische Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft, und diese Einordnung ist keine Anlageberatung.


Quellen